Preisvergabe 2016

Innovationspreis

Vertiefungsarbeit Komposition von Kinderliedern zum Thema «Tiere»
Verfasserin Linda Frigg
Betreuung Maurus Conte

Inhalt

Im Zentrum der Vertiefungsarbeit von Frau Linda Frigg stehen fünf selbst komponierte und aufgenommene Kinderliedern zum Thema «Tiere» mit einer detaillierten Beschreibung des Entstehungszusammenhangs. Vor der Komposition hat sich Frau Frigg in einem theoretischen Teil mit Merkmalen von Kinderliedern auseinandergesetzt und ausgewählte Kinderlieder von Linard Bardill analysiert. In einem abschliessenden Theorie-Praxis-Verknüpfungsteil wird ein eigenes Lied anhand des theoretischen Konstruktes einer differenzierten Analyse unterzogen.

Begründung

Die Arbeit von Frau Frigg verbindet in einer in hohem Masse eigenständigen und kreativen Weise einen fundierten Diskurs über Kinderstimmbildung und Kinderlieder mit der ausserordentlich gelungenen Kompositionstätigkeit von eigenen Liedern für die Unterstufe. Aufgrund einer differenzierten theoretischen Recherche präsentiert Frau Frigg eine inhaltlich sehr aussagekräftige Zusammenstellung über die Kinderstimme und geeignete Kinderlieder. Die Texte der Lieder von Frau Frigg berühren die Lebenswelt der Kinder und überzeugen durch ihre Stimmigkeit und ihren Humor. Die musikalische Arbeit in Bezug auf Singmelodien, Rhythmik, Groove und Harmonisation bewegt sich auf professionellem Niveau und kann mit aktuell verlegtem Primarschul-Liedmaterial oder Schweizer Liedermachern mithalten.

Innovationspreis 2016 Frigg

Kinderlied – Giraff

Kinderlied – Igel

Kinderlied – Koalabär

Kinderlied – Nasabär

Kinderlied – Tiar

Forschungspreis

Masterarbeit Die Bedeutung der Lebensweltbezüge im Mathematik­unterricht
Verfasser Emmanouil Kioulafas
Betreuung Claudia Albertini Schorn und Christoph Schmid

Inhalt

Emmanouil Kioulafas geht in seiner Masterarbeit der Frage nach, wie Lebensweltbezüge bei Mathematikaufgaben die Leistungen und Einstellungen beim Aufgabenlösen beeinflussen. Die Stichprobe für die Untersuchung bilden 125 Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse. Diese lösten sowohl Aufgaben mit als auch ohne Lebensweltbezug und wurden schriftlich zu ihren Einstel- lungen und Präferenzen befragt. Es wurde festgestellt, dass Lebensweltbezüge die Leistungen beim Aufgabenlösen nicht beeinflussen. Aufgaben mit Lebensweltbezug werden jedoch beispielsweise als nützlicher für den eigenen Alltag wahrgenommen und beim Lernen von neuen Inhalten bevorzugt. Es wird thematisiert, dass beim schulischen Einsatz von Lebensweltbezügen sowohl die Vor- als auch die Nachteile im Abhängigkeit der angestrebten Ziele abgewogen werden müssen.

Begründung

Die Arbeit zeichnet sich durch einen stringenten Aufbau und eine konsistente Gliederung aus. Der aktuelle Forschungsstand wird mit präzisen Begrifflichkeiten inhaltlich gut nachvollziehbar dargestellt. Die bearbeitete Literatur wurde sorgfältig und breit ausgewählt. Die aufgestellten Hypothesen sind theoretisch fundiert und lassen sich gut überprüfen. Das methodische Vor- gehen wird transparent und nachvollziehbar beschrieben. Es werden interessante Befunde diskutiert, welche für die Praxis der Aufgabenwahl im Mathematikunterricht sehr relevant sind. Die Schlussfolgerungen zeugen durch ihre Differenziertheit und Ausgewogenheit von einer eigenständigen, analytischen und engagierten Auseinandersetzung und bewegen sich nahe an sehr alltagspraktischen didaktischen Fragestellungen.

Forschungspreis 2016 Kioulafas

Forschungspreis

MAS-Diplomarbeit Learning Leader – In der Rolle der Schulleitung mittels unterrichtsbezogener Führung die Wirksamkeit des Unterrichts fördern: Rahmenmodell, Umsetzungsprozesse, Instrumente
Verfasser Roger Spiess
Betreuung Frank Brückel

Inhalt

Roger Spiess wendet sich in seiner MAS-Diplomarbeit der hochaktuellen Fragestellung zu, wie die Schulleitung Einfluss nehmen kann auf die Entwicklung eines lernfördenden Unterrichts. Basierend auf einer umfassenden Literaturanalyse entwickelt der Autor – symbolisch angelehnt an des Atommodell – ein Rahmenmodell der unterrichtsbezogenen Führung. Die drei um den Atomkern angeordneten «Schalen» betreffen: Die Förderung von Vertrauen und Vernetzung – Nachhaltige Ziele durch gemeinsames Neudenken der Schule – Reflexion und geteilte Verantwortung der Lehrpersonen. Was dies im Schulleitungsalltag bedeuten kann, wird konkret und anregend erläutert.

Begründung

Die Arbeit von Roger Spiess sticht hervor durch einen ganz persönlichen Duktus. In jedem Teil der Arbeit kommt das Erkenntnisinteresse des engagierten Schulleiters, verbunden mit dem theoretischen Interessse des Forschers zum Ausdruck. Diese Verbindung, wie auch der stringente Aufbau der Überlegungen und die präzise Sprache bieten Gewähr dafür, dass der rote Faden innerhalb der äusserst vielschichtigen Thematik nie verloren geht. Wie es der Titel verspricht, beinhaltet die Arbeit ebenso einen Fundus an praktischen Impulsen für die tägliche Führungspraxis. Eine lohnende Lektüre also sowohl für Schulleitende wie für praxisorientierte Forschende.

Forschungspreis 2016 Spiess

 

Professionspreis

Präsentationsportfolio Eine Findung des eigenen Raums
Verfasserin Alexandra Hartmeier
Betreuung Christine Villiger

Inhalt

Dieses Präsentationsportfolio dokumentiert den konsequent und eigenverantwortlich, von spürbarer Neugierde und Freude am eigenen Lernen geleiteten Erwerb berufsspezifischer Kompetenzen zur Kindergarten- und Unterstufenlehrperson. Ausgehend von der persönlichen Standortbestimmung vor Studienbeginn setzt die Autorin ihr Portfolio stimmig in den Kontext der «Findung des eigenen Raums» und zeigt, wie sie im «Kommunikationsraum», «Beurteilungsraum», «Klassenraum», «Spielraum» und «Planungsraum» Wissen und Können erworben hat.

Begründung

Frau Hartmeier gelingt es auf hervorragende Weise, in ihrem Präsentationsportfolio Erkenntnisse aus der berufswissenschaftlichen und berufspraktischen Ausbildung mit ihrer eigenen Berufspraxis in Bezug zu setzen. Sehr persönlich, engagiert, detailliert und anschaulich dokumentiert sie ihren Kompetenzerwerb und bringt dabei auch sehr gut das Verständnis ihres eigenen Rollenbilds als Lehrperson zum Ausdruck. In reflexiven Abschnitten gibt die Autorin neben einem Rückblick immer auch einen Ausblick auf ihre zukünftige Berufspraxis und macht deutlich, wie wichtig ihr (berufs-)lebenslanges Lernen und die eigene Weiterentwicklung als Lehrperson ist.

Professionspreis 2016 Hartmeier

Laudatio von Urs Meier

Stellvertretender Amtschef Volksschulamt und Jurypräsident Studienpreise Stiftung Pestalozzianum

Laudatio Studienpreise Hochschultag 2016