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Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung

Das Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung der Stiftung Pestalozzianum
«Das internationale Institut zum Studium der Jugendzeichnung, das im Pestalozzianum in Zürich seinen Sitz hat, umfasst alle Gebiete des zeichnerischen, malerischen und plastischen Ausdruckes von Kindern und Jugendlichen (Altersgrenze: 20 Jahre.) Es versucht nicht nur in seinem Archiv eine geschichtliche Entwicklung des Zeichenunterrichts zu bieten, sondern es möchte durch Ausstellungen, Leihverkehr, Veranstaltung von Vorträgen und auch durch Veröffentlichungen Eltern, Erzieher und eine breite Öffentlichkeit anregen, die in jedem Kinde eingeborenen bildschöpferischen Kräfte zu wecken und zu entfalten.

Das Institut will so aus dem Leben und Wirken der Gegenwart heraus mitarbeiten an den Grundlagen einer künstlerischen Kultur der Zukunft. Es sammelt Zeichnungen, die spätere Geschlechter zu neuem Schaffen anspornen können. Durch Austausch von Zeichnungen, die das gegenseitige Verständnis der Kinder verschiedensprachlicher und -rassiger Völker fördern, dient es dem Friedensgedanken.»
(Pestalozzianum. Mitteilungen des Instituts zur Förderung des Schul- und Bildungswesen und der Pestalozziforschung, 29. Jahrgang, Nr. 5, Sondernummer Juli 1932, S. 17)
Geschichte
Das Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung gehört zu den Sammlungen der Stiftung Pestalozzianum, PH Zürich und umfasst rund 50'000 Zeichnungen von Kindern und Jugendlichen.
1932 wurde das Archiv als Internationales Institut für das Studium der Jugendzeichnung (IIJ) in Zürich gegründet. Der Leiter des Instituts, der Kunsterzieher Jakob Weidmann (1897-1975), war der Reformbewegung des «Neuen Zeichnens» verpflichtet. Diese strebte eine Erneuerung des Zeichenunterrichts an der Schule an, welcher bis dahin den Kindern wenig gestalterischen Freiraum gestattet hatte.
Zu diesem Zweck wurde eine Sammlung für das Studium von Schülerzeichnungen angelegt, die bis in die 1960er Jahre in internationalen Ausstellungen präsentiert und ständig erweitert wurde. Dazu kamen später Zeichnungen aus dem Pestalozzi-Kalenderwettbewerb. Sie zeigen das breite Spektrum des Freizeitzeichnens in der Schweiz von 1912 bis 1984. Weitere Stiftungen von Zeichnungen durch Schweizer Lehrpersonen umfassen die Zeit von 1900 bis 2000. Die Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit des Instituts wurde ab den späten 1960er Jahren nicht mehr aktiv weitergeführt.
Roberto Brigati leitete von 1959 bis 1981 das Kinderatelier im Dachgeschoss des Beckenhofs und trat 1969 die Nachfolge Jakob Weidmanns als Leiter des IIJ an. Er war Sekretär der schweizerischen Abteilung der InSEA und widmete sich hauptsächlich der Arbeit im Atelier. 1982/83 fand im Kunstgewerbemuseum der Stadt Zürich (heute Museum für Gestaltung) die Ausstellung «Mit anderen Augen. Zeichnungen von Kindern und Jugendlichen» mit Werken des Instituts statt.
In den 1990er Jahren erfolgte die Umbenennung des Instituts in Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung. Zwischen 1995 und 1999 nahm der Zeichenlehrer Alex Winiger eine Neuordnung des Bestandes sowie eine erste Katalogisierung in einer Datenbank vor. Danach betreute Renate Amuat, Kulturbeauftragte der Pädagogischen Hochschule, das Archiv bis 2009. Seit 2010 befasst sich ein Forschungsprojekt mit der digitalen Erfassung und inhaltlichen Aufarbeitung der Sammlung.
Das Archiv ist eine der umfangreichsten Sammlungen von Kinderzeichnungen in Europa. Es umfasst einen breiten Zeitraum – der Kern des Bestandes stammt aus den 1910er bis 1980er Jahren, mit einigen Einzelwerken aus dem 18. und 19. Jahrhundert, sowie dem Jahr 2000 – und liefert einen repräsentativen Querschnitt kindlichen Zeichnens in der Schweiz und international. Der schulische Hintergrund von Teilen der Sammlung ermöglicht anhand des kompakten Bestandes einen Rückblick über die Entwicklung der Zeichendidaktik im 20. Jahrhundert.
Sammlungen
1. Internationales Institut zum Studium der Jugendzeichnung (IIJ)
Ca. 12'000 Zeichnungen
Neben Schülerzeichnungen aus der Schweiz finden sich Arbeiten aus ca. 25 anderen Ländern, wie USA, Canada, Schweden, Österreich, Japan etc. aus der Zeit zwischen 1932 und 1964. Zudem wurde Literatur zur schulischen Vermittlung des Zeichnens ab ca. 1900 gesammelt und 1944 von Jakob Weidmann in einem bibliografischen Verzeichnis publiziert.
Im Archiv befinden sich des weiteren Sitzungsprotokolle und Unterlagen von IIJ, FEA (Fédération Internationale pour l'Education Artistique) und InSEA (International Society for Education through Art). Einen grossen Bestand bilden die Korrespondenz von Jakob Weidmann, Literatur und Ausstellungskataloge zur Kinderzeichnung, sowie Einladungen zu Ausstellungen.
Die Zeitschrift «Zeichnen und Gestalten», Beilage der Schweizerischen Lehrerzeitung, wurde von 1932 bis 1949 von Jakob Weidmann herausgegeben und danach von Hans Ess und anderen bis 1992 weitergeführt. Dort publizierten unter anderem auch Lehrpersonen, die später dem IIJ Zeichnungen schenkten. Die gesammelten Ausgaben von 1932 bis 1969, sowie vereinzelte Ausgaben des Vorgängers Schulzeichnen, befinden sich ebenfalls in der Bibliothek des Archivs.
2. Pestalozzi-Kalender-Wettbewerb
Ca. 22'000 Zeichnungen
Die Arbeiten wurden von 1912 bis 1984 an einen Wettbewerb eingesandt, der in einem Schülerkalender ausgeschrieben wurde. Es sind Freizeitzeichnungen, die zu bestimmten Themen und in vorgegebenen Techniken erstellt wurden. Einzelne Kalender befinden sich im Archiv.
3. Stiftungen von Schweizer Lehrpersonen (Auswahl)
Ca. 14'000 Zeichnungen
Begleitmaterialien zu den Stiftungen sind ebenfalls im Archiv.
Literatur (Auswahl)
Kontakt
Dr. des. Anna Lehninger
Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung
PH Zürich
Kurvenstrasse 17
8090 Zürich

Tel: +41 (0)43 305 63 40
Fax: +41 (0)43 305 57 78
E-Mail: anna.lehninger@phzh.ch
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